Yves Mettler – Europaplatz (Karlsruhe)

© copyright Yves Mettler
05. Mai 2017 ‒ 08. Juni 2017, Stiftung CCFA Karlsruhe, Postgalerie, Eingang Karlstraße 16b, 3. Etage, 76133 Karlsruhe.

„Europaplatz“ ist ein multidimensionales Rechercheprojekt des internationalen Künstlers Yves Mettler (*1976, lebt und arbeitet in Berlin und Paris). In vielen urbanen Ballungsräumen in ganz Europa und darüber hinaus – Ukraine, Republik Südafrika – stellt Mettler seit 2007 Forschungen zur Existenz eines Europaplatzes an: Gibt es einen solchen, wo befindet er sich, welche Bauwerke/Institutionen/Nutzungen sind diesem Raum eingeschrieben? Seine statistische Aufarbeitung zeigt: Es gab historische Momente, in denen Europaplätze gehäuft als solche im Stadtbild erschienen, und andere Zeiten und Orte, wo kein öffentlicher Platz auf diesen Namen getauft wurde.

Mettler interessiert sich hier für die mentale Dimension, die einem Europaplatz potentiell innewohnt. Welche Bedeutung hat das heute, für wen? Ist ein architektonisches Europa, ausgewiesen durch seine Europaplätze, etwa beständiger als ein zivilgesellschaftliches, vielfältiges und multilinguales Europa, zumal Europas Nationen unter großer Spannung stehen und sich dem Erstarken populistisch-nationalistischer Narrative stellen müssen? Welche Zukunft gestehen die Einwohner und Passanten ihrem Europa(platz) zu?

„Europaplatz“ ist eine lebendige Materialsammlung, die sich zugleich in den lokalen wie internationalen Kontext einschreibt – die Europaplätze mehrerer urbaner Zentren werden grenzübergreifend vernetzt. Neue Porträts treten hinzu. Öffentliche Momente zu gesellschaftlichen Fragestellungen (Wohin, Europa? Welche Perspektiven?) werden aktiv aufgegriffen. Sie verwandeln den Ausstellungsraum in einen lebendigen Diskursraum.

„Europaplatz“ ist ein work-in-progress: Nach Stationen in Belgien (BOZAR Brüssel), Lausanne, Paris und Berlin zieht das Projekt – jeweils in neuer Form und mit neuen Beiträgen – zum ersten Mal in den süddeutschen Raum, in die deutsch-französische Grenzregion, wo europäische Fragen zu kultureller und sprachlicher Vielfalt besondere Relevanz haben.