Paris, Paris! Ein Haus auf dem Rücken wandernder Elefanten errichten

Performance von Simon Pfeffel

© Simon Pfeffel (Wie die Schüler in den privaten Pariser Kunstakademien des 19. Jahrhunderts ihren Namen vor sich auf den Boden schrieben, markiert Simon Pfeffel seine Anwesenheit durch seine Telefonnummer...
12. April 2019, Städtische Galerie Karlsruhe, Lorenzstraße 27, 76135 Karlsruhe. Performance um 18 Uhr in den Ausstellungsräumen. Eintritt frei.

Sich an Giganten messen: Rembrandt, Veronese, Velazquez, Poussin im Louvre; Elefanten: alt, groß, weise. Sie zu studieren, zu kopieren um sie sich zu eigen machen; vom Kontakt zu Paris für immer verändert werden und ein Leben lang von den Eindrücken zehren: „Meine Kopien muss ich für mein ganzes Leben brauchen können…“, schreibt der Maler Anselm Feuerbach 1851 an seine Mutter, wissend, dass Paris seinen Durchbruch und zugleich finanziellen Ruin bedeuten könnte. Wie viele deutsche Maler des 19. Jahrhunderts ist er nach Paris gereist, um an der berühmten Akademie Julian zu studieren, deren Schild heute noch in der Rue du Dragon im 6. Arrondissement zu sehen ist. Wie sie musste er sich in der Metropole erst zurechtfinden, dem psychischen und physischen Druck widerstehen.

Geld, Lärm und Platzmangel: es sind dieselben Problematiken, mit welchen sich junge Künstler aus Karlsruhe heute in Paris herumschlagen. Gigantisch sind die Eindrücke, teils überfordernd. Paris als laute, unstete Basis – kein Ort zum Verweilen, wenig Platz für junge Talente zwischen all den Elefanten, auf deren Rücken man dennoch steigen möchte, um Perspektive zu erringen. Simon Pfeffel ist 2017 seinen persönlichen Elefanten in Paris begegnet, hat sie erklettert, von ihnen profitiert. Seine zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung mit der Metropole verarbeitet er in dieser eigens kreierten Performance für die Ausstellung „Paris, Paris!“, in der Städtischen Galerie: "Ein Haus auf dem Rücken wandernder Elefanten errichten".